Captain Tsubasa 2: World Fighters – Testbericht: Ein legendäres Vermächtnis, das mit der Bewertung zu kämpfen hat

Captain Tsubasa 2: World Fighters – Testbericht: Ein legendäres Vermächtnis, das mit der Bewertung zu kämpfen hat

Bandai Namco hat den Release von Captain Tsubasa 2: World Fighters perfekt getimt, genau zum Zeitpunkt der anhaltend hohen Fußball-Saison. Die Fortsetzung ist für PC, PS5, Xbox Series und Nintendo Switch erhältlich und versucht, den Zauber der legendären Manga- und Anime-Serie wiederzubeleben, wobei der Fokus auf dem hochkarätigen Weltmeisterschafts-Arc der Jugend liegt. Für Fans von Tsubasa, Hyūga und Misaki ist die Möglichkeit, das japanische Juniorenteam auf der Weltbühne anzuführen, eine verlockende Aussicht. Das Spiel erweitert seinen Vorgänger Rise of New Champions deutlich und bietet ein umfangreicheres Story-Erlebnis. Der Story-Modus umfasst nun über 20 Stunden – doppelt so viel wie im ersten Teil – und bietet einen strukturierten Spielverlauf, der die Intensität eines Weltturniers widerspiegelt. Spieler können ihren eigenen, individuell gestaltbaren Helden erschaffen und legendäre Techniken anderer Stars integrieren, um sich auf dem Spielfeld eine eigene Legende zu schreiben.

Ein Konflikt zwischen Story und Spielfluss

Obwohl der Ehrgeiz deutlich erkennbar ist, ist die Umsetzung des Story-Modus durchwachsen. Um die Spieler in die Atmosphäre des Mangas eintauchen zu lassen, hat Tamsoft viele Dialoge und häufige Zwischensequenzen eingebaut. Dies geht jedoch oft auf Kosten des Spielflusses. Die Action wird häufig durch lange Kamerafahrten unterbrochen, sogar mitten im Spiel, um ein geskriptetes Tor hervorzuheben.

Für ein Spiel, das auf Arcade-Action setzt, stört diese übermäßige Dialogflut den Spielfluss. Während eingefleischte Fans der Serie den Fanservice zu schätzen wissen, wirkt die Erzählstruktur oft eher wie ein Hindernis als ein Highlight und bremst die sportliche Dynamik, die Fußballspiele eigentlich bieten sollten.

Arcade-Chaos und kompetitives Spielen

Das Gameplay verlagert sich hin zu einem stärker arcadelastigen Ansatz. Feldspieler müssen eine Ausdaueranzeige für Sprints und eine Spezialangriffsanzeige für die für die Serie typischen, die Schwerkraft scheinbar aufhebenden Schüsse verwalten. Torhüter hingegen verfügen über eine Lebensanzeige, die geleert werden muss, um ein Tor zu erzielen. Dadurch entsteht eine Dynamik, bei der die Spieler Dribblings und Pässe kombinieren müssen, um Energie aufzubauen.

Im lokalen oder Online-Versus-Modus kann dieses System jedoch schnell im Chaos enden. Das Spiel bietet eine beeindruckende Auswahl von 22 National- und Vereinsmannschaften, doch der Mangel an taktischer Tiefe führt oft dazu, dass die Spieler sich in einem endlosen Kreisel umeinander bewegen und darauf warten, dass sich ihre Anzeigen füllen. Die Animationen der Spezialbewegungen sind zwar spektakulär und dynamisch, doch der gesamte Spielaufbau wirkt unstrukturiert und unregelmäßig. Es fehlt der flüssige Spielfluss, der nötig ist, um Wettkampfspiele wirklich intensiv zu gestalten.

Technische Hürden und Grafik

Technisch läuft das Spiel auf der PS5 flüssig, ist aber noch lange nicht ausgereift. Kamerafehler bei Spezialpässen und gelegentliches „Teleportieren“ von Spielern während Dribblings tragen zur Verwirrung auf dem Spielfeld bei. Optisch setzt das Spiel auf einen Cel-Shading-Stil, der zwar den Charakterdesigns treu bleibt, aber die Lebendigkeit und Tiefe moderner Anime-Sportspiele wie Inazuma Eleven Victory Road vermissen lässt.

Die Welt wirkt statisch, und die Dialoge sind hölzern, sodass die Spezialtechniken-Zwischensequenzen die Hauptlast tragen. Tamsoft versteht es zwar, ein Spektakel zu inszenieren, kann diese Energie aber nicht über den Rest des Spiels aufrechterhalten.

Fazit: Eine verpasste Chance

Captain Tsubasa 2: World Fighters ist eine Liebeserklärung an die Fans von Olive et Tom, aber eine, die mit zittriger Hand geschrieben ist. Es bietet mehr Inhalt und ist der Vorlage treuer als sein Vorgänger, leidet aber weiterhin unter schlechtem Spielfluss, unausgewogener Spielbalance und veralteter Grafik. Es ist ein Spiel mit großem Potenzial, das letztendlich aber nicht ganz an den legendären Status seiner Manga-Vorlage heranreicht.

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