Adobe wurde wegen irreführender Abonnementpraktiken angeklagt und einigt sich auf einen Vergleich in Höhe von 150 Millionen US-Dollar.
Mar 23
Mon, 23 Mar 2026 at 11:15 AM 0

Adobe wurde wegen irreführender Abonnementpraktiken angeklagt und einigt sich auf einen Vergleich in Höhe von 150 Millionen US-Dollar.

Seit über einem Jahrzehnt hat Adobe sein Geschäftsmodell durch die Fokussierung auf Abonnements grundlegend verändert. Für viele Kreativprofis hat diese Umstellung den Zugang zu Software wie Photoshop oder Premiere Pro erleichtert, da die monatlichen Zahlungen niedriger sind als bei einem herkömmlichen Lizenzkauf. Doch dieser Ansatz hat auch zu wachsender Frustration bei einigen Nutzern geführt, insbesondere wenn es um die Kündigung des Abonnements geht. Genau aus diesem Grund griffen die US-Behörden den Hersteller an… Im Jahr 2024 warfen das US-Justizministerium (DOJ) und die Federal Trade Commission (FTC) Adobe vor, die Abonnements absichtlich schwer verständlich und kündigbar gestaltet zu haben, insbesondere durch mangelnde Transparenz hinsichtlich der monatlich zu zahlenden Jahresbeiträge und der Kündigungsgebühren. Im Kern geht es um das bei Adobe weit verbreitete, monatlich zu zahlende Jahresabonnement. Auf dem Papier mag die Formel flexibel erscheinen, da sie auf einer monatlichen Zahlung basiert, doch tatsächlich bindet sie den Nutzer für zwölf Monate. Bei vorzeitiger Kündigung fallen Gebühren an, die oft 50 % des Restbetrags nach der anfänglichen 14-tägigen Frist betragen. US-Behörden kritisierten Adobe dafür, diesen Mechanismus zum Zeitpunkt des Abonnements nicht ausreichend erläutert zu haben. Die Beschwerde bemängelte außerdem unnötig komplizierte Kündigungsprozesse mit zahlreichen Schritten, Begründungsanforderungen und mitunter langwierigen Korrespondenzen mit dem Support. Es handelte sich also um Verfahren, die sogenannten „Dark Patterns“ ähneln – Benutzeroberflächen, die Nutzer in ihren Entscheidungen beeinflussen sollen. Um einen Prozess zu vermeiden, zahlte Adobe schließlich 150 Millionen US-Dollar. In einer diskreten Erklärung stimmte das Unternehmen einer finanziellen Einigung in Höhe von 150 Millionen US-Dollar zu. Davon zahlt Adobe 75 Millionen US-Dollar an die US-Regierung und stellt weitere 75 Millionen US-Dollar für kostenlose Dienstleistungen für betroffene Kunden bereit. Es ist jedoch anzumerken, dass die Vereinbarung noch von einem Gericht genehmigt werden muss, dem Unternehmen aber bereits jetzt einen potenziell aufsehenerregenden öffentlichen Prozess erspart. Adobe weist die Vorwürfe weiterhin zurück und beteuert seine Unschuld. Das Unternehmen versichert zudem, seine Anmelde- und Kündigungsprozesse in den letzten Jahren vereinfacht und transparenter gestaltet zu haben. Ein symbolträchtiger Fall für die gesamte Branche… Über den Fall Adobe hinaus verdeutlicht dieses Verfahren den zunehmenden Druck der Regulierungsbehörden auf die Geschäftspraktiken digitaler Abonnements. Irreführende Benutzeroberflächen, versteckte Gebühren und Bindungsmechanismen werden nun genauer unter die Lupe genommen, insbesondere wenn Nutzer glauben, ein flexibles Abonnement abzuschließen, sich aber tatsächlich langfristig binden. Der Zeitpunkt ist zudem bedeutsam, da diese Entwicklung kurz vor dem Ausscheiden von Shantanu Narayen, dem langjährigen CEO von Adobe und Architekten des Wandels hin zu Software as a Service, stattfindet. Diese Ereigniskette könnte einen Wendepunkt für das Image der Gruppe markieren, aber auch für die Gestaltung der Abonnementsmodelle großer Plattformen…

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