Angesichts der Spannungen rund um das Thema Inhalte schlägt der Gründer von Mistral AI eine „KI-Steuer“ zur Unterstützung der Kreativen vor.
Ein obligatorischer Beitrag für KI-Anbieter
Der Vorschlag von Mistral AI basiert auf der Einführung eines Beitrags, der sich nach dem Umsatz von Unternehmen richtet, die KI-Modelle in Europa vermarkten.
Laut Audrey Herblin-Stoop, Vizepräsidentin für externe Angelegenheiten des Startups, könnte diese Abgabe zwischen 1 % und 5 % des generierten Umsatzes betragen.
Die eingenommenen Gelder würden eingezahlt in einen eigens dafür eingerichteten europäischen Fonds, dessen Aufgabe es wäre, die Erstellung neuer Inhalte zu finanzieren und die Kulturwirtschaft zu unterstützen. Die Idee ist, eine Form der Umverteilung zu etablieren, um die massive Nutzung von Daten aus Kulturwerken beim Training von KI-Systemen auszugleichen. Für Arthur Mensch könnte dieser Mechanismus auch Rechtssicherheit für Unternehmen der Branche schaffen. Im Gegenzug für diesen Beitrag könnten Modellentwickler ihre Systeme mit frei zugänglichen Webinhalten trainieren, ohne Urheberrechtsverletzungen befürchten zu müssen. Ein Versuch, die rechtliche Sackgasse zu überwinden. Derzeit stützt sich der europäische Rahmen weitgehend auf einen Opt-out-Mechanismus, der es Rechteinhabern ermöglicht, die Verwendung ihrer Inhalte zum Training von KI-Modellen abzulehnen. Laut dem Leiter von Mistral AI ist dieses System weiterhin fragmentiert und schwer durchzusetzen. Infolgedessen befürchten Urheber Umsatzeinbußen, während Technologieunternehmen in einem unsicheren regulatorischen Umfeld agieren. In diesem Kontext versteht sich der von Mistral AI vorgeschlagene Beitrag als erster Schritt, um den Dialog mit Rechteinhabern zu eröffnen. Die Maßnahme würde jedoch auch für ausländische Unternehmen gelten, die ihre Modelle auf dem europäischen Markt anbieten, um ein Wettbewerbsungleichgewicht zu vermeiden. Ziel ist es, sicherzustellen, dass auch amerikanische und chinesische Akteure zur Finanzierung von Innovationen beitragen, wenn sie in Europa tätig sind. Eine Debatte um das Urheberrecht ist neu entfacht: Die Verwendung von Daten zum Trainieren von KI-Modellen ist bereits Gegenstand heftiger Kritik und Rechtsstreitigkeiten, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa. Die Europäische Union hat 2024 eine KI-Gesetzgebung verabschiedet, die insbesondere die Achtung des Urheberrechts vorschreibt. Die praktische Anwendung dieser Regeln bleibt jedoch unklar, insbesondere im Hinblick auf die Daten, die zum Trainieren generativer Modelle verwendet werden. Der Vorschlag von Mistral AI kommt zudem zu einem heiklen Zeitpunkt für das Startup. In den letzten Wochen musste sich das Unternehmen mit Vorwürfen auseinandersetzen, die die Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke, darunter bestimmter bekannter Bücher, beim Training seiner Modelle betrafen. Mit diesem Pflichtbeitrag hofft Mistral AI, die europäische Debatte über ein Finanzierungsmodell neu zu entfachen, das technologische Innovation und den Schutz des kulturellen Schaffens in Einklang bringt.
Bitte Login einen Kommentar hinterlassen.
Möchten Sie Ihr Thema veröffentlichen?
Treten Sie einer globalen Community von Erstellern bei und monetarisieren Sie Ihre Inhalte ganz einfach. Beginnen Sie noch heute Ihre Reise zum passiven Einkommen mit Digbly!
Jetzt posten
Kommentare