Deezer erzielt nach 18 Jahren endlich Gewinne, doch das Wachstum bleibt fragil.
Tatsächlich erfahren wir in einem Interview mit Billboard, dass die französische Musikstreaming-Plattform erstmals ein profitables Geschäftsjahr vermeldet hat – ein Wendepunkt in ihrer Geschichte.
Hinter diesem Erfolg steht eine tiefgreifende strategische Transformation… aber auch die Frage nach der Fähigkeit, das Wachstum wieder anzukurbeln…
Durch Disziplin erreichte Profitabilität gestärkt
Im Jahr 2025 Deezer erzielte einen positiven Nettogewinn von rund 8 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von fast 10 Millionen Euro – ein Novum seit der Gründung 2007. Diese Rückkehr in die Profitabilität basiert jedoch nicht auf einem Aktivitätsschub, sondern auf einer verbesserten Kostenkontrolle. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung vorgenommen und seine vielversprechendsten Märkte, insbesondere Frankreich und Brasilien, priorisiert. Dies führte zu einer Reduzierung der Betriebskosten um rund 12 Millionen Euro und einer allgemeinen Effizienzsteigerung. Trotz positiver Signale steht das Wachstum unter Druck. Obwohl nun Profitabilität erreicht wurde, verläuft das Wachstum uneinheitlicher. Der Umsatz erreichte 534 Millionen Euro, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Diese Stabilität verschleiert interne Veränderungen. Das Direktabonnement-Segment wächst hingegen in Ländern wie Frankreich, wo die Abonnentenzahl um mehr als 8 % gestiegen ist. Umgekehrt gingen die Einnahmen aus Partnerschaften zurück, bedingt durch das Auslaufen eines wichtigen Vertrags in Südamerika. Für Alexis Lanternier, CEO von Deezer, ist diese Entwicklung Teil eines längerfristigen Zyklus. Das Ziel bleibt ein moderates, aber stetiges Wachstum mit einer mehrjährigen Vision anstelle eines einzelnen Geschäftsjahres. KI und B2B als neue Wachstumstreiber: Neben den Finanzergebnissen will sich Deezer in wichtigen Strukturfragen differenzieren, allen voran durch künstliche Intelligenz. Die Plattform gibt an, angesichts des Anstiegs automatisch generierter Inhalte proaktiv zu handeln. Täglich werden Zehntausende KI-generierte Titel auf der Plattform erkannt, die einen erheblichen Anteil der Neuerscheinungen ausmachen. Ihr tatsächlicher Anteil an den Hörern bleibt jedoch gering, insbesondere nach dem Herausfiltern betrügerischer Inhalte. Dieses technische Know-how eröffnet dem Unternehmen neue Perspektiven, und Deezer prüft die Vermarktung seiner Tools im B2B-Markt durch White-Label-Angebote oder Lösungen zur Inhaltserkennung. Zu den Kunden zählen bereits Marken wie Converse und Dunkin’.
Ein musikzentriertes Modell, das gegen den Strom schwimmt
Angesichts von Konkurrenten wie Spotify und YouTube, die auf Diversifizierung setzen, insbesondere durch Podcasts im Fall von Spotify, hat sich Deezer entschieden, ein reiner Musikplayer zu bleiben.
Diese bewusste Positionierung wird von Initiativen wie dem künstlerzentrierten Modell begleitet, das darauf abzielt, Künstler besser zu vergüten, indem aktives Hören belohnt und Missbrauch eingeschränkt wird.
Aber wird diese gezieltere und diszipliniertere Strategie ausreichen, um das Wachstum in diesem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt nachhaltig wiederzubeleben?
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