Die Encyclopedia Britannica verklagt OpenAI wegen der Vervielfältigung ihrer Inhalte.
Der Vorwurf des „Auswendiglernens“ von Inhalten
Wie Reuters berichtet, hat der Verlag Encyclopaedia Britannica zusammen mit Merriam-Webster Klage eingereicht gegen OpenAI hat vor einem Bundesgericht in Manhattan Klage eingereicht. Die beiden Organisationen werfen dem Unternehmen vor, ihr urheberrechtlich geschütztes Material zum Trainieren seiner Modelle, darunter GPT-4, verwendet zu haben. Laut der öffentlich zugänglichen Klageschrift sind diese Modelle in der Lage, Passagen nahezu identisch mit den Originaltexten zu reproduzieren. Britannica spricht sogar von einer direkten „Auswendiglernung“ ihrer Inhalte, wodurch die KI Antworten generieren kann, die bestimmte Abschnitte ihrer Artikel wortwörtlich wiedergeben. Die in der Klageschrift angeführten Beispiele vergleichen insbesondere Auszüge aus ChatGPT mit solchen aus der Enzyklopädie – mit frappierenden Ähnlichkeiten. Der Verlag geht daher davon aus, dass es sich bei diesen Reproduktionen um unautorisierte Kopien handelt, die bereits in der Trainingsphase verwendet wurden. Direkte Auswirkungen auf den Traffic und das Geschäftsmodell: Neben der Urheberrechtsfrage prangert die Encyclopaedia Britannica auch strukturelle Auswirkungen durch die direkte Konkurrenz KI-generierter Antworten an. Anders als herkömmliche Suchmaschinen, die Nutzer auf die Quellwebseiten weiterleiten, liefern Chatbots vollständige Antworten, ohne dass ein Klick erforderlich ist. Für Britannica würde diese Logik zu einer Kannibalisierung des Traffics führen, da Internetnutzer die Originalseiten nicht mehr aufrufen müssten. Für ein Unternehmen wie dieses, dessen Wert auf der Qualität und Zuverlässigkeit seiner Inhalte beruht, steht auch ein wirtschaftlicher Aspekt auf dem Spiel. Das Unternehmen fordert daher Schadensersatz sowie die Rückerstattung der durch diese Praktiken erzielten Gewinne. In seiner Klage beantragt es außerdem, dass das Gericht OpenAI die weitere Nutzung seiner Inhalte auf diese Weise untersagt. Zunehmender juristischer Druck auf KI-Unternehmen: Dieser neue Fall ist Teil einer breiteren Klagewelle gegen Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die New York Times hat bereits eine ähnliche Klage gegen OpenAI eingereicht und wirft dem Unternehmen vor, seine Artikel in großem Umfang verwendet zu haben. Gleichzeitig mussten Konkurrenten wie Anthropic finanzielle Vergleiche, auch mit Autoren, schließen, um Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Nutzung urheberrechtlich geschützter Bücher beizulegen. Bemerkenswerterweise ist dies nicht die erste Auseinandersetzung dieser Art für Britannica; der Verlag hatte Perplexity bereits aus ähnlichen Gründen verklagt. Diese Häufung von Klagen verdeutlicht jedoch einen Wendepunkt für die Branche. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von KI-Modellen rückt die Frage nach ihren Datenquellen und der Achtung der damit verbundenen Rechte in den Mittelpunkt des gesamten digitalen Ökosystems.
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