Google ändert die Titel von Artikeln innerhalb seiner Suchmaschine, wodurch die Gefahr einer Informationsverzerrung besteht.
Diese Entwicklung, die auf künstlicher Intelligenz basiert, wirft bereits Fragen in der Medienwelt auf, denn während Googles Ziel darin besteht, die Relevanz der Ergebnisse zu verbessern, könnte diese Praxis auch die redaktionelle Kontrolle von Redaktionen über ihre eigenen Inhalte in Frage stellen…
Titel direkt in Google geändert
Mehrere Journalisten, insbesondere vom amerikanischen Medienportal The Verge, haben festgestellt, dass ihre Artikel in Google mit Titeln erscheinen, die sie nie verfasst haben. In manchen Fällen kürzt die Suchmaschine lediglich den Originaltitel, in anderen Fällen fällt die Umformulierung deutlich stärker aus, mitunter aus einer anderen Perspektive als vom Autor gewählt. Google hat bestätigt, ein kleines Experiment zur Anpassung der in den Suchergebnissen angezeigten Titel durchzuführen. Dabei wird der Seiteninhalt analysiert, um eine Formulierung zu finden, die besser zur Suchanfrage des Nutzers passt. Konkret kann die Suchmaschine eine Textpassage extrahieren oder einen Titel umformulieren, um ihn direkter zu gestalten, die Aufmerksamkeit besser zu wecken und die Übereinstimmung zwischen Suchergebnissen und Suchanfrage zu verbessern. Dieses Vorgehen bricht jedoch mit der traditionellen Webnutzung, da Titel bisher, selbst bei SEO-Optimierung, in der Verantwortung der Redaktionen blieben. Dieser Test von Google kommt nicht von ungefähr: Google Discover hatte bereits mit der automatischen Umformulierung von Titeln und Artikelauszügen mithilfe künstlicher Intelligenz experimentiert. Laut Google verbesserte dieser Ansatz die Nutzerzufriedenheit, was die schrittweise Einführung in bestimmten Diensten erklärt. Der Wechsel zur Hauptoberfläche der Suchmaschine verändert jedoch den Umfang des Experiments. Und doch dient die Überschrift in Online-Nachrichten nicht nur dazu, Aufmerksamkeit zu erregen, sondern spiegelt auch die redaktionelle Ausrichtung und Positionierung eines Mediums wider. Automatisches Umschreiben kann daher die Wahrnehmung eines Artikels verändern oder sogar seine ursprüngliche Bedeutung verfälschen. Bedenken hinsichtlich der Zukunft von Online-Nachrichten: Dieses Experiment kommt für Verlage zu einem ohnehin schon heiklen Zeitpunkt. Der Traffic von Google nimmt tendenziell ab, insbesondere durch die Einführung von KI-Übersichten, die die Notwendigkeit, auf Links zu klicken, mitunter verringern. Automatisches Umschreiben von Überschriften könnte daher eine zusätzliche Vermittlungsebene zwischen Medien und ihren Lesern einführen. Letztendlich hätten Verlage keine vollständige Kontrolle mehr darüber, wie ihre Inhalte in den Suchergebnissen präsentiert werden. Google gibt an, dass dieser Test vorerst begrenzt bleibt und dass man sich bei einer breiteren Einführung nicht auf ein rein generatives Modell stützen würde.
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