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Thu, 12 Mar 2026 at 02:15 PM 0
Google muss M6 in einem Online-Werbestreit 23 Millionen Euro zahlen
Ein neues Gerichtsurteil verdeutlicht die Spannungen zwischen Medienkonzernen und Werbegiganten. Wie die AFP berichtet, fällte das Pariser Handelsgericht kürzlich ein Urteil in einem Streit zwischen der M6-Gruppe und Google im Online-Werbemarkt. Der US-amerikanische Konzern wurde zur Zahlung von fast 23 Millionen Euro Schadenersatz an die M6-Gruppe sowie 230.000 Euro Anwaltskosten verurteilt. Das Gericht urteilte, Google habe bei der Vergabe von Werbeflächen die eigene Plattform Google Ads bevorzugt und damit konkurrierende Plattformen benachteiligt. Laut Urteil benachteiligten diese Praktiken Drittanbieter auf diesem Markt und stellten eine Wettbewerbsverzerrung dar. Google reagierte umgehend mit der Ankündigung, Berufung einzulegen. In einer Stellungnahme gegenüber der AFP erklärte ein Unternehmenssprecher, der Konzern sei mit dem als „unverhältnismäßig“ empfundenen Urteil „entschieden nicht einverstanden“. Das Unternehmen ist der Ansicht, die Anklage basiere auf einer Fehlinterpretation eines Sektors, den es als hochwettbewerbsintensiv und sich ständig weiterentwickelnd beschreibt. Eine Entscheidung, die durch mehrere frühere Sanktionen gestützt wird. Zur Urteilsfindung stützte sich das Gericht auf mehrere Präzedenzfälle gegen Google im Bereich Online-Werbung, darunter eine 2021 von der Wettbewerbsbehörde verhängte Geldbuße von 220 Millionen Euro. Diese hatte dem Konzern zuvor vorgeworfen, seine eigenen Werbetechnologien zu bevorzugen. Auch eine kürzlich ergangene europäische Entscheidung, die Google zu einer Geldbuße von 2,95 Milliarden Euro verurteilte, beeinflusste die Analyse des Gerichts. Laut Mind Media ermöglichte diese europäische Entscheidung die Ausweitung des im vorliegenden Fall betrachteten Verstoßzeitraums. Obwohl die Wettbewerbsbehörde den strittigen Zeitraum 2020 beendet hatte, ging das Gericht davon aus, dass diese Praktiken bis 2022 fortgesetzt wurden, was die Höhe der Entschädigung automatisch erhöhte. Diese Regulierung der Tech-Giganten hat auch politische Reaktionen hervorgerufen, insbesondere in den Vereinigten Staaten, wo Donald Trump die europäische Entscheidung vor dem Hintergrund der Spannungen um die für große amerikanische Unternehmen geltenden Regeln kritisierte. Google gerät im Werbemarkt unter Druck… Dieser Fall ist Teil eines breiteren Kontextes von Herausforderungen für Googles Geschäftspraktiken im digitalen Werbemarkt. In den Vereinigten Staaten ermittelt das Justizministerium ebenfalls gegen den Konzern wegen des Verdachts auf Monopolbildung in diesem strategischen Sektor. Die US-Behörden werfen dem Unternehmen vor, mehrere Glieder der digitalen Werbekette zu kontrollieren. Auch in Frankreich ist die von M6 eingeleitete Klage kein Einzelfall; mehrere Mediengruppen haben ähnliche Klagen eingereicht, da sie sich durch Googles Werbetechnologien benachteiligt fühlen…
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