Im Wettbewerb mit Google experimentiert Qwant mit einer KI, die Nachrichtenverlage bezahlt.
Im Zentrum dieses Experiments steht die Funktion „Flash Answer“. Dabei erscheint eine Antwort in Form eines Kastens mit einer KI-generierten Zusammenfassung und Kontextinformationen direkt über den Suchergebnissen.
Das Prinzip ähnelt Googles KI-Übersichten, die Informationen aus dem Web zusammenfassen, um schnell eine Antwort zu liefern. Der Unterschied liegt jedoch in der von Qwant angewandten Methode. Die französische Suchmaschine nutzt für diese Zusammenfassungen das Sprachmodell Mistral, das mehrere Partnerquellen analysiert, um Informationen abzugleichen und die Zuverlässigkeit zu verbessern. Rund zwanzig Medienunternehmen nehmen bereits an diesem Pilotprojekt teil, darunter Le Figaro, Les Échos, Ouest-France, Le Parisien, Paris Match, RMC BFM und France Médias Monde sowie die regionale Pressegruppe Ebra. Das Projekt startete im Januar und ist auf neun Monate angelegt, um die Nutzung zu beobachten und den durch diese Funktionalität generierten Mehrwert zu messen. Ein 50/50-Geschäftsmodell wird ebenfalls in Betracht gezogen. Ein weiterer Aspekt dieser Initiative betrifft die Vergütung von Inhalten. Anders als einige digitale Anbieter, allen voran Google, die beschuldigt werden, den Wert journalistischer Inhalte abzuschöpfen, bietet Qwant ein Umsatzbeteiligungsmodell. Die in den „Flash Answer“-Bereichen geschalteten Anzeigen generieren Einnahmen, die zu gleichen Teilen zwischen Qwant und seinen Partnerverlagen aufgeteilt werden. Medienunternehmen profitieren zudem von Transparenz hinsichtlich der Verwendung ihrer Inhalte in KI-generierten Antworten. Laut Olivier Abécassis, CEO von Qwant, zielt dieser Ansatz darauf ab, „ein konstruktives Modell für das Ökosystem“ zu schaffen und transparentere Innovationen zu entwickeln. Das Unternehmen betont außerdem seine technologische Souveränität und setzt dabei auf europäische Technologien. Für Verlagsverbände könnte dieser Ansatz neue Wege eröffnen. Marc Feuillée, Präsident der Alliance of General Information Press, ist überzeugt, dass dieses Experiment erstmals Einblick in die Nutzung von Inhalten in KI-generierten Antworten ermöglicht. Sollten die Ergebnisse nach Abschluss der Testphase überzeugen, könnte die Initiative dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Suchmaschinen, künstlicher Intelligenz und Medien neu zu definieren.
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