Es dauerte weniger als einen Tag der Beratung. Die Jury in Santa Fe, New Mexico, fällte ihr Urteil ohne Zeitverlust. Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und WhatsApp, wurde der Gefährdung von Minderjährigen für schuldig befunden. Mark Zuckerbergs Konzern wurde zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar Schadensersatz an den Bundesstaat New Mexico verurteilt. Warum diese Klage gegen Meta? Die Klage wurde 2023 vom Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, Raúl Torrez, eingereicht. Seine Ermittlungen basierten auf einer radikalen Methode. Agenten erstellten gefälschte Social-Media-Konten und gaben sich als Kinder aus. Sie konnten sexuelle Belästigungsversuche aufdecken und Metas Reaktion auf diese Meldungen beobachten. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Apps des Konzerns seien zu einem bevorzugten Ziel für Pädophile geworden. Dort konnten Kinderpornografie ausgetauscht und sexuelle Gefälligkeiten von Minderjährigen verlangt werden. Die Jury stimmte dem zu und befand, dass Meta gegen die Verbraucherschutzgesetze des Bundesstaates verstoßen habe, indem das Unternehmen die Risiken seiner Plattformen für Kinder nicht offengelegt habe. Es habe wissentlich den Profit über die Sicherheit gestellt. Eine sechsstündige Anhörung für Mark Zuckerberg: Der Prozess in Kalifornien brachte weitere belastende Beweise ans Licht. Mark Zuckerberg wurde am 18. Februar über sechs Stunden lang befragt. Er räumte ein, dass Instagram erst 2019 begonnen hatte, nach dem Geburtsdatum neuer Nutzer und 2021 nach dem Geburtsdatum bestehender Konten zu fragen. Ein internes Dokument aus dem Jahr 2018, das dem Gericht vorgelegt wurde, schätzte, dass 2015 vier Millionen Instagram-Konten Kindern unter 13 Jahren gehörten (30 % davon waren 10- bis 12-Jährige). Diese Enthüllungen sind ziemlich erschreckend, aber wir haben noch mehr zu berichten. Im Jahr 2023 nutzten nur 1,1 % der Teenager die Funktion zur Nutzungsbegrenzung und 2 % die Pausenfunktion. Genau diese Regulierungsinstrumente hatte Meta als Beweis für seinen guten Willen angepriesen.
Steht ein Verbot sozialer Medien bevor?
Staatsanwalt Raul Torrez feierte einen historischen Sieg. Meta kündigte seinerseits Berufung an. Die Entscheidung schafft jedoch sofort einen Präzedenzfall in einem Land, in dem Hunderte ähnlicher Fälle anhängig sind.
TikTok und Snapchat hatten bereits außergerichtliche Einigungen erzielt. Google steht noch vor einer kalifornischen Jury, die sich mit einem Urteil im Fall YouTube schwertut. Im Juni 2026 wird ein sehr wichtiger Bundesprozess Meta, Google, TikTok und Snapchat in Oakland zusammenbringen. Die Tech-Giganten werden dieses Mal von Schulbezirken im ganzen Land wegen der Kosten verklagt, die mit der psychischen Krise junger Menschen verbunden sind.
Soziale Medien stehen eindeutig im Fokus, denn man darf nicht vergessen, dass mehrere Länder ein Verbot sozialer Medien für Minderjährige erwägen.
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