Muss KI beweisen, dass sie nicht kopiert? Frankreich will die Regeln ändern.
Heute ist die Situation umgekehrt: Urheber müssen nachweisen, dass ihre Werke zum Trainieren eines Modells verwendet wurden. Dies ist eine besonders komplexe Aufgabe, da Technologieunternehmen in der Regel keine vollständige Liste der während des Trainings verwendeten Daten veröffentlichen. Die Senatoren sprechen daher von einer Informationsasymmetrie zwischen Rechteinhabern und KI-Anbietern.
Das künftige System würde daher ein spezifisches Beweisregime in das Gesetzbuch für geistiges Eigentum einführen, mit einer sogenannten „widerlegbaren“ Vermutung, nach der Unternehmen die Anschuldigung stets durch Vorlage von Beweisen anfechten könnten.
Der Staatsrat bestätigt den Rechtsgrundsatz
Auf Antrag des Senatspräsidenten Gérard Larcher hat der Staatsrat daher seine Stellungnahme abgegeben, und das höchste Verwaltungsgericht ist der Ansicht, dass der französische Gesetzgeber tatsächlich zuständig ist, einen solchen Mechanismus einzuführen.
Laut seiner Analyse ändert das vorgeschlagene Gesetz nicht die europäischen Urheberrechtsbestimmungen, sondern schafft lediglich ein spezifisches Verfahrensregime, das die Beweisführung für eine mögliche Rechtsverletzung ermöglicht, die in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fällt. Mitglieder.
Das Gericht stellt jedoch klar, dass es sich hierbei um eine Vermutung der Nutzung und nicht um eine automatische Vermutung der Rechtsverletzung handelt, was bedeutet, dass die endgültige rechtliche Einordnung weiterhin im Ermessen der Richter liegt.
Ein vom Technologie-Ökosystem angefochtener Text
Trotz dieser rechtlichen Zustimmung stößt der Vorschlag weiterhin auf zahlreiche Kritikpunkte. Einige Unternehmen, allen voran Mistral AI, befürchten, dass diese Annahme insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit europäischer KI-Anbieter schwächen könnte, indem sie ein zusätzliches rechtliches Risiko für Unternehmen einführt, die Sprachmodelle entwickeln. Arthur Mensch, CEO von Mistral AI, plädiert seinerseits in der Financial Times für einen anderen Ansatz und schlägt die Einführung einer europäischen Abgabe vor, die von KI-Anbietern zur Finanzierung eines Fonds zur Förderung kultureller Projekte gezahlt wird. Der französische Gesetzentwurf soll am 8. April in einer öffentlichen Sitzung des Senats debattiert werden. Die Debatten sollten den Anwendungsbereich des Systems und seine Anwendungsbedingungen klären, während die Frage der Vergütung für von KI-Modellen verwendete Inhalte weiterhin eine der größten rechtlichen Herausforderungen in diesem Sektor darstellt…
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