Muss KI beweisen, dass sie nicht kopiert? Frankreich will die Regeln ändern.
Apr 09
Thu, 09 Apr 2026 at 01:15 AM 0

Muss KI beweisen, dass sie nicht kopiert? Frankreich will die Regeln ändern.

Seit mehreren Monaten sorgt das Training von KI-Modellen in Europa für eine lange juristische und politische Debatte, in der Rechteinhaber gegen Technologieunternehmen antreten. In Frankreich haben mehrere Senatoren beschlossen, sich des Themas anzunehmen und einen Gesetzesentwurf zur Wiederherstellung des Machtgleichgewichts eingebracht. Ein erster Schritt wurde nun unternommen. Tatsächlich hat der Staatsrat, wie L’informé enthüllte, soeben bestätigt, dass dieser Text mit der Verfassung und dem europäischen Recht vereinbar ist. Diese Bestätigung ebnet den Weg für eine parlamentarische Debatte und könnte die Art und Weise, wie KI-Unternehmen die Nutzung kultureller Inhalte rechtfertigen müssen, grundlegend verändern. Eine Umkehr der Beweislast für KI-Anbieter: Der im Dezember 2025 eingebrachte Gesetzentwurf zielt darauf ab, eine Vermutung der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke durch KI-Systeme einzuführen. Konkret bedeutet dies: Wenn ein KI-System eine Antwort generiert, die ein Originalwerk zitiert oder den Stil eines Autors imitiert, … Dies war kürzlich bei Mistral AI der Fall; die Verwendung eines urheberrechtlich geschützten Werkes konnte als wahrscheinlich angesehen werden. In diesem Fall oblag es nicht mehr dem Urheber, nachzuweisen, dass sein Werk zum Trainieren des Modells verwendet wurde, sondern dem KI-Anbieter, das Gegenteil zu beweisen.

Heute ist die Situation umgekehrt: Urheber müssen nachweisen, dass ihre Werke zum Trainieren eines Modells verwendet wurden. Dies ist eine besonders komplexe Aufgabe, da Technologieunternehmen in der Regel keine vollständige Liste der während des Trainings verwendeten Daten veröffentlichen. Die Senatoren sprechen daher von einer Informationsasymmetrie zwischen Rechteinhabern und KI-Anbietern.

Das künftige System würde daher ein spezifisches Beweisregime in das Gesetzbuch für geistiges Eigentum einführen, mit einer sogenannten „widerlegbaren“ Vermutung, nach der Unternehmen die Anschuldigung stets durch Vorlage von Beweisen anfechten könnten.

Der Staatsrat bestätigt den Rechtsgrundsatz

Auf Antrag des Senatspräsidenten Gérard Larcher hat der Staatsrat daher seine Stellungnahme abgegeben, und das höchste Verwaltungsgericht ist der Ansicht, dass der französische Gesetzgeber tatsächlich zuständig ist, einen solchen Mechanismus einzuführen.

Laut seiner Analyse ändert das vorgeschlagene Gesetz nicht die europäischen Urheberrechtsbestimmungen, sondern schafft lediglich ein spezifisches Verfahrensregime, das die Beweisführung für eine mögliche Rechtsverletzung ermöglicht, die in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fällt. Mitglieder.

Das Gericht stellt jedoch klar, dass es sich hierbei um eine Vermutung der Nutzung und nicht um eine automatische Vermutung der Rechtsverletzung handelt, was bedeutet, dass die endgültige rechtliche Einordnung weiterhin im Ermessen der Richter liegt.

Ein vom Technologie-Ökosystem angefochtener Text

Trotz dieser rechtlichen Zustimmung stößt der Vorschlag weiterhin auf zahlreiche Kritikpunkte. Einige Unternehmen, allen voran Mistral AI, befürchten, dass diese Annahme insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit europäischer KI-Anbieter schwächen könnte, indem sie ein zusätzliches rechtliches Risiko für Unternehmen einführt, die Sprachmodelle entwickeln. Arthur Mensch, CEO von Mistral AI, plädiert seinerseits in der Financial Times für einen anderen Ansatz und schlägt die Einführung einer europäischen Abgabe vor, die von KI-Anbietern zur Finanzierung eines Fonds zur Förderung kultureller Projekte gezahlt wird. Der französische Gesetzentwurf soll am 8. April in einer öffentlichen Sitzung des Senats debattiert werden. Die Debatten sollten den Anwendungsbereich des Systems und seine Anwendungsbedingungen klären, während die Frage der Vergütung für von KI-Modellen verwendete Inhalte weiterhin eine der größten rechtlichen Herausforderungen in diesem Sektor darstellt…

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