Mütterliche und neonatale Erkrankungen, Mangelernährung... Amnesty International sagt, dass Frauen in Gaza „am Rande einer Katastrophe stehen“.
Exponentieller Anstieg von Mütter- und Neugeborenenkrankheiten
Diese alarmierende Erkenntnis basiert auf Interviews, die im Februar mit 41 vertriebenen Frauen, von denen einige schwanger waren oder an Krebs litten, und 26 medizinischen Fachkräften geführt wurden.
Vor Ort berichten diese Fachkräfte von einem exponentiellen Anstieg von Mütter- und Neugeborenenkrankheiten angesichts einer zusammengebrochenen medizinischen Infrastruktur: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind fast 60 % der Gesundheitseinrichtungen außer Betrieb.
Im Gazastreifen arbeiten die Neugeborenenstationen mit bis zu 170 % ihrer Kapazität, sodass das Pflegepersonal teilweise gezwungen ist, drei Neugeborene pro Patient zu versorgen. Inkubator.
Unterdessen sind 46 % der lebenswichtigen Medikamente weiterhin nicht verfügbar. Dieser Mangel zwingt zur Wiederverwendung von Einwegmaterialien oder zur Verwendung abgelaufener Narkosemittel.
Laut den Vereinten Nationen werden zudem bis Mitte Oktober 2026 37.000 schwangere und stillende Frauen an akuter Mangelernährung leiden.
Junge Mütter berichteten, dass sie ihre Schwangerschaft und Genesung in überfüllten Zelten verbrachten und dabei Kälte und Umweltverschmutzung ausgesetzt waren. Die 22-jährige Hind erklärte, dass sie bei der Geburt nur 43 Kilogramm wog und ein Frühchen mit einer beidseitigen Lungenentzündung zur Welt brachte. Der Evakuierungsprozess wurde „vollständig eingestellt“. Auch Patienten mit chronischen Erkrankungen sind stark betroffen. Mehr als 18.500 Patienten benötigen derzeit dringend medizinische Evakuierung. „Kein Krankenhaus in Gaza bietet derzeit Strahlentherapie an“, sagte eine Krankenschwester aus. Die Evakuierung ist seit der Schließung der Grenzübergänge, insbesondere von Rafah, nach der gemeinsamen US-israelischen Offensive gegen den Iran Ende Februar vollständig zum Erliegen gekommen. Die medizinische Versorgung wird zusätzlich durch die drohende Suspendierung von 37 humanitären Hilfsorganisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen, erschwert, deren Akkreditierung nicht verlängert wurde. Obwohl im Oktober 2025 ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen wurde, dauern die Militäroperationen an. Das Gesundheitsministerium in Gaza verzeichnete zwischen diesem Abkommen und Ende Februar 2026 630 weitere Todesfälle, darunter 202 Kinder und 89 Frauen. Diese Zahl kommt zu den mehr als 72.000 Toten seit dem 7. Oktober 2023 hinzu. Angesichts dieser sich gegenseitig verstärkenden Katastrophen fordert Amnesty International die Staaten auf, diplomatischen und wirtschaftlichen Druck auf Israel auszuüben, damit die Blockade vollständig aufgehoben und der lebenswichtige Zugang zur Gesundheitsversorgung gewährleistet wird.
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